DIEP-Lappen (freie Unterbauchlappenplastik)

Der DIEP-Lappen (Deep Inferior Epigastric Perforator Flap) ist das wichtigste und in vielen Zentren bevorzugte Verfahren der mikrochirurgischen Brustrekonstruktion mit Eigengewebe. Dabei werden Haut und Fettgewebe aus dem Unterbauch zusammen mit den versorgenden Perforatorgefäßen entnommen und mikrochirurgisch an Gefäße im Brustbereich angeschlossen. Der gerade Bauchmuskel bleibt im Unterschied zu älteren Techniken weitgehend erhalten, was funktionelle Vorteile für die Bauchwand mit sich bringt. Der DIEP-Lappen gilt häufig als Goldstandardverfahren der autologen Brustrekonstruktion, wenn ausreichend Unterbauchgewebe vorhanden ist.

Wann ist ein DIEP-Lappen sinnvoll?

Der DIEP-Lappen eignet sich besonders für Patientinnen, die sich einen Brustaufbau mit körpereigenem Gewebe wünschen und über ausreichend Haut- und Fettgewebe im Unterbauch verfügen. Er ist vor allem dann attraktiv, wenn ein natürliches Volumen, eine weiche Brustkonsistenz und ein langfristig stabiles Ergebnis gewünscht sind. Zusätzlich ergibt sich an der Entnahmestelle häufig ein Effekt ähnlich einer Bauchdeckenstraffung, was von vielen Patientinnen als positiver Nebeneffekt wahrgenommen wird.

Vorteile des DIEP-Lappens

Der wesentliche Vorteil liegt in der Kombination aus natürlichem Gewebe, guter Volumenverfügbarkeit und muskelschonender Technik. Da überwiegend Haut- und Fettgewebe transferiert werden, ohne den gesamten Muskel mitzunehmen, ist die Belastung der Bauchwand im Vergleich zu muskelbasierten Verfahren geringer. Gleichzeitig lässt sich mit dem Unterbauch häufig ein sehr natürliches Brustvolumen formen.

Grenzen und Besonderheiten

Nicht jede Patientin ist für einen DIEP-Lappen geeignet. Voroperationen am Bauch, ausgeprägte Narben, sehr geringe Gewebemenge, bestimmte Gefäßanatomien oder individuelle Risikofaktoren können gegen dieses Verfahren sprechen. In solchen Fällen sind PAP-, TMG- oder GAP-Lappen wichtige Alternativen.

Heilungsverlauf

Nach einer DIEP-Rekonstruktion ist eine stationäre Überwachung erforderlich, da das transplantierte Gewebe in den ersten Tagen engmaschig kontrolliert wird. Im weiteren Verlauf sind Schonung, Mobilisation nach Plan und Nachkontrollen wichtig. Das endgültige ästhetische Ergebnis entwickelt sich über Wochen und Monate.

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